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Zunächst ging es mit den Bauarbeiten am Höchster Wehr flott voran: Im September 2012 wurde die neue Brücke dem Verkehr übergeben. Parallel zum Brückenbau war im Sommer mit den Wasserbauarbeiten begonnen worden, auch sie verliefen zunächst zügig. Als aber im November des Jahres die Nidda starke Wasserführung hatte, wurde es schwierig: Um den Bau des Streichwehres unter einigermaßen erträglichen Bedingungen durchführen zu können, musste das Nidda-Wasser während der Bauzeit durch das provisorisch hergestellte Umgehungsgerinne geleitet werden, das allerdings nur eine begrenzte Abflusskapazität hat. Bei starken Abflüssen konnte daher nicht weiter gebaut werden, besonders das Rammen der Spundwände verzögerte sich, da das Rammgerät den Fluss durchfahren musste. Vor der Winterpause gelang es gerade noch, das Grundgerüst des Wehres herzustellen – als der Holm betoniert wurde, der die Krone des Streichwehres bildet, fielen die ersten Schneeflocken.

Das Jahr 2013 begann mit einem Hochwasser, ein weiteres folgte Anfang Februar, weitere starke Abflüsse und die anhaltend kalten Temperaturen verhinderten die Wiederaufnahme der Arbeiten. Erst im Mai konnte mit frohem Mut weiter gebaut werden, der jedoch Anfang Juni durch das Fronleichnamshochwasser deutlich gedämpft wurde: Es setzte die Baustelle erneut unter Wasser. Anfang September dann endlich konnten die letzten Arbeiten abgeschlossen werden. Durch den Bau wurde der Bevölkerung also einiges zugemutet. Nicht nur die über tausend Lkw-Fahrten waren zu ertragen, sondern vor allem die Sperrung des nicht nur bei schönem Wetter stark von Fußgängern und Radfahrern frequentierten Uferwegs der Nidda. Zwar wurde während der Bauzeit ein provisorischer Weg zur Verfügung gestellt, aber der bot nicht den gewohnten Komfort. Daher war es wichtig, gut über das Projekt zu informieren. Dies geschah auf Baustellenspaziergängen, in vielen Gesprächen mit Passanten und bei Führungen. Schon in der Planungsphase wurde mit den Interessenvertretern der Angler, der Kanuten und der Naturschützer diskutiert. Besonders wichtig war die Abstimmung mit dem Ortslandwirt, der glücklicherweise das Projekt vorbehaltlos unterstützte und die neu ausgedeichten Flächen bewirtschaftet. Ergebnis: Das anfangs von vielen misstrauisch beäugte, von einem Anwohner sogar gerichtlich angefochtene Bauvorhaben stößt nun, nach Fertigstellung, auf breite Zustimmung.