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Das bewegliche Höchster Nidda-Wehr hatte eine von den anderen fünf Nidda-Wehren abweichende Bauart: Während diese zwei bewegliche Klappen haben, die bei Hochwasser gelegt werden, hatte das Höchster Wehr nur ein einziges Schütz, das bei Hochwasser gezogen und dann unterströmt wurde. Auch in Details unterschied sich das Höchster von den übrigen Wehren: Die Bedienungshäuschen („Wehrtürme“) auf der linken und rechten Seite (letzteres blieb nach dem Umbau erhalten) haben hier ein mit roten Ziegeln gedecktes Walmdach, dort ein Flachdach. Die unterschiedliche Bauweise erklärt sich aus der unterschiedlichen Entstehungszeit: Das Höchster Wehr wurde Mitte der 1920er Jahre von der damals noch selbstständigen Gemeinde Höchst errichtet – daher auch der Name, das Wehr steht ja nur mit dem einen „Fuß“ auf Höchster, mit dem anderen aber auf Nieder Gemarkung. Grund für den Wehrbau war nicht, wie vielfach zu hören ist, der Hochwasserschutz. Vielmehr wollte man das Wasser der Nidda in abflussarmen Zeiten auf dem Stand halten, der für den Betrieb des am Fluss liegenden Schwimmbades erforderlich war: Die Stadt Höchst beantragte und erhielt daher das „Recht zur Errichtung eines Stauwehres (Schützenwehr) in der Nidda für die Anlage einer städtischen Badeanstalt (Schwimmbassin) seitwärts der Nidda innerhalb des alten Nidda-Bogens.“ (Eintrag im Wasserbuch vom 20. Sep. 1923)

Erst später, in den Jahren 1927 bis 1930, wurden dann im Zuge der großen Nidda-Korrektur die baugleichen übrigen fünf Nidda-Wehre errichtet. Diese Wehre repräsentieren den für die Entstehungszeit charakteristischen modernen, technisch fortgeschrittenen Baustil der „Neuen Sachlichkeit“.