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Was geschieht nach dem Umbau bei einem Hochwasser, was bei einem Extremhochwasser? Dies zu klären ist unabdingbar, soll die Planung in der Prüfung durch die Genehmigungsbehörde Bestand haben.

Der „hydraulische Nachweis“, wie diese Klärung bezeichnet wird, wurde an zwei Lastfällen geführt: An einem hundertjährlichen Hochwasser der Nidda (HQ100, es tritt statistisch gesehen im Abstand von hundert Jahren auf) mit einem Abfluss von 116,8 cbm/s und an einem Extremhochwasser (HQextrem), dessen Eintreten höchst unwahrscheinlich ist, mit dessen Modellierung hier aber der möglichen Entwicklung des Klimas hin zu extremeren Wetterereignissen vorsorglich Rechnung getragen wird. Dieses Extrem- („Katastrophen“-) Hochwasser wurde mit einem Abfluss von 151,8 cbm/s angesetzt, dem 1,3fachen des hundertjährlichen Hochwassers also. (Zur Veranschaulichung: Dies entspricht etwa der Menge von 750 vollen Badewannen, die in jeder Sekunde den Fluss hinunterrauschen).

Die mit einer zweidimensionalen Berechnung ermittelten Wasserspiegellagen im Hochwasserfall sind in der folgenden Tabelle vereinfacht dargestellt, die Tabelle enthält zusätzlich die Wasserspiegel bei mittlerem Niedrigwasserabfluss (MNQ), der bei 4 cbm/s liegt.

Wasserspiegellagen (müNN) und Wasserspiegellagendifferenzen (m) bei Niedrig- und bei Hochwasserabfluss in der Nidda und im Grill’schen Altarm:
Station Differenzen MNQ HQ100 HQextrem
Nidda,
Oberwasser Streichwehr,
Nidda-km 4+100
IST 92,65 93,67 94,28
PLAN 92,44 93,54 94,06
Δ PLAN zu IST -0,21 -0,13 -0,22
Grill’scher Altarm,
Zulauf bei Altarm-km 0+600
IST 92,60 93,03* 93,31*
PLAN 92,44 93,45 93,99
Δ PLAN zu IST -0,16 +0,42 +0,68
Nidda,
Unterwasser Auslauf bei Nidda-km 3+580
IST 90,66 93,13 93,76
PLAN 90,67 93,13 93,76
Δ PLAN zu IST +0,01 0,00 -0,04

* IST-Zustand: Wasserspiegellagen simuliert als offene Grundwasserfläche aus der Grundwassermodellierung


Im Oberwasser des neuen Streichwehrs sinkt der Wasserspiegel nach dem Umbau bei niedrigen und mittleren Abflüssen um etwa 20 cm, im Unterwasser bleibt er in etwa gleich. Bei einem hundertjährlichen und auch bei einem Extrem-Hochwasser liegt der Wasserspiegel der Nidda im Oberwasser des Streichwehres deutlich, im Unterwasser geringfügig unter dem des IST-Zustandes. Zu erklären ist dies durch den Abbau des Klappenwehres, die Anordnung des Streichwehres und die Anbindung des Grill’schen Altarms, der zusätzliches Wasser aufnehmen und abführen kann.

Da der Altarm nach dem Umbau unmittelbar mit der Nidda verbunden ist, korrespondieren die Wasserspiegellagen des Altarms mit denen der Nidda. Das heißt: Bei niedrigen und mittleren Abflüssen ist der Wasserstand im Altarm nach dem Umbau um etwa 15 cm niedriger als heute. Bei einem hundertjährlichen Hochwasser höher als heute – eine Folge der offenen Anbindung an die Nidda. Aufgrund der Höhenverhältnisse der Ufer und des angrenzenden Geländes besteht aber weder bei einem 100-jährlichen Hochwasser (HQ100) noch bei einem Extrem-Hochwasser (HQExtrem) eine Ausuferungsgefahr, dies gilt auch und insbesondere für die Siedlung Neufeld und geht aus der folgenden Tabelle hervor, in der die Freibordhöhen an einer signifikanten Stelle im Bereich der Siedlung Neufeld dargestellt sind (Freibord = Abstand zwischen dem Wasserspiegel und der höher liegenden Oberkante des Ufers).

Es zeigt sich, dass selbst der niedrigste Punkt des Ufers noch 26 cm höher liegt als die für ein Extrem-Hochwasser berechnete Wasserspiegellage des Altarms:

Lage Freibord bei MNQ Freibord bei HQ100 Freibord bei HQExtrem
Grill’scher Altarm linksseitig (0+490) 1,75 m 0,83 m 0,26 m
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