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Anders als das Höchster Wehr blieb das Rödelheimer Wehr bestehen. Ein Umbau, etwa in ein festes Wehr mit einer breiten, langgezogenen Rampe, war wegen der räumlichen Verhältnisse (angrenzende historische Parkanlage, Petri-Haus) hier nicht möglich. Da also das bestehende Rödelheimer Wehr nicht für den Fischwechsel tauglich gemacht werden konnte, wurde der Mühlgraben so umgebaut, dass er es als „Umleitungsgerinne“ den Tieren ermöglicht, vom Unter- in das Oberwasser des Wehres zu wandern und umgekehrt.

 

Der Mühlgraben zweigt oberhalb des Wehres von der Nidda ab und mündet nach einer Lauflänge von etwa 600 Metern am westlichen Ende des Solmsparks wieder in sie ein. Unterhalb der Straßenbrücke „Auf der Insel“ befand sich auf der Sohle des Mühlgrabens ein etwa 1,6 Meter hoher Absturz, der von Fischen nicht passiert werden konnte. Es handelte sich um ein Überbleibsel der alten Mühle, die1966 abgerissen wurde, nachdem sie im Zweiten Weltkrieg stark zerstört worden war. Dieser Absturz wurde nun zu einer etwa 40 Meter langen Sohlrampe aus Natursteinen umgebaut („raue Rampe“). Die geringe Neigung der Rampe und deren stetige Durchströmung mit fast ganzjährig drei Kubikmetern in der Sekunde ermöglicht es den Fischen, die Höhendifferenz zwischen Unter- und Oberwasser der Rampe zu überwinden.

Um zu verhindern, dass die Fische weiterhin im Hauptgewässer aufwärts schwimmen und dann auf das unüberwindbare Hindernis Rödelheimer Wehr stoßen, muss ihnen mit einer „Lockströmung“ quasi der Weg in den Mühlgraben gewiesen werden. Die Lockströmung wird durch eine Einengung des Mühlgrabens an dessen Auslauf in die Nidda erzeugt: Buhnen schränken das Abflussprofil an der Mühlgrabenmündung auf eine Breite von etwa 1,5 Meter ein.

Auswirkungen auf die Hochwassersicherheit und die Grundwasserstände hat der Umbau nicht: Da das bewegliche Rödelheimer Wehr erhalten bleibt, ändern sich die Wasserspiegellagen der Nidda und des Mühlgrabens oberhalb des Wehres beziehungsweise des zu einer Rampe umgebauten Mühlenabsturzes nicht. Unterhalb des Wehres und des Mühlenabsturzes wird der Wasserstand in beiden Gewässern nach wie vor durch das flussabwärts liegende Sossenheimer Stauwehr bestimmt. Auch hier gibt es also keine Veränderung. Fazit: Die bestehende Hochwassersicherheit bleibt voll erhalten. Da sich die grundwasserprägenden Wasserspiegellagen der Nidda und des Mühlgrabens nicht ändern, bleibt auch die Grundwassersituation stabil.

Was mit der historischen Rödelheimer Mühle geschah, können Sie hier lesen:

 

  • Entwurfs- und Genehmigungsplanung: BGS Wasser, Darmstadt
  • Ausführungsplanung: UNGER ingenieure, Darmstadt
  • Bauausführung: Rudolph Garten- und Landschaftsbau GmbH, Obertshausen
  • Projektleitung und Bauüberwachung: Stadtentwässerung Frankfurt am Main
  • Projektkosten: ca. 135.000 €
  • Baukosten: ca. 85.000 €
  • Finanzierung der Maßnahme aus Mitteln der naturschutzrechtlichen Ausgleichsabgabe der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Frankfurt am Main
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