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Auf der Basis langjähriger Messungen wurden komplexe Modellrechnungen durchgeführt, um die Auswirkungen des Wehrumbaus auf den Grundwasserspiegel in zwei unterschiedlichen Situationen darzustellen: a) Mit stationären Modellrechnungen wird der Grundwasserstand bei „normalen“ Abflussverhältnissen ermittelt, wenn also die Nidda eine niedrige oder mittlere Wasserführung hat. b) Eine instationäre Modellrechnung zeigt das Verhalten des Grundwassers, wenn eine Hochwasserwelle das Modell durchläuft.

Das Ergebnis der stationären Modellrechnung ist hier dargestellt:

Der Plan der Grundwasserspiegeldifferenzen macht deutlich, dass durch den Umbau des Wehres bei mittlerem Niedrigwasser eine Grundwasserstandsabsenkung zu erwarten ist. Signifikant fällt diese Absenkung aber nur zwischen dem heutigen Wehr Sossenheim und dem geplanten Einlauf zum Grill’schen Altarm im unmittelbaren Nahbereich der Nidda aus. Südlich des Grill`schen Altarms beschränkt sich die Absenkung der Grundwasserstände mit etwa 0,25 m auf den unmittelbaren Nahbereich des Altarmufers. In der Siedlung Neufeld, die nahe am Grill’schen Altarm liegt, liegen die Grundwasserstände bei mittlerem Niedrigwasser nach dem Umbau konstant niedriger als zuvor. Die Gefahr von Kellervernässungen in der Siedlung besteht daher nicht.

Die instationäre Modellrechnung zeigt, dass für die Siedlung Neufeld auch im Hochwasserfall eine Verbesserung der Grundwassersituation zu erwarten ist. Dies lässt sich in einer Grafik demonstrieren:

Für die Bewertung der Gefahr einer Durchfeuchtung von Kellerwänden und Kellersohle ist nicht nur die absolute Höhe des Grundwasseranstieges maßgeblich, sondern vor allem die Dauer, über welche das Grundwasser auf hohem Niveau ansteht. Im Bereich des in unmittelbarer Nähe zum Grill’schen Altarm gelegenen Grundstückes Am Niedwald 57 werden während eines hundertjährlichen, also sehr seltenen Hochwasserereignisses, für den Planzustand zwar höhere Grundwasserstände ermittelt als für den Bestand. Während die Grundwasserstände im Bestand jedoch nur sehr langsam wieder unter Kellersohlenniveau fallen, sinken sie im Planzustand nach Durchgang des Hochwasserwellenscheitels signifikant schneller wieder unter das Niveau der Kellersohle ab.

Mit seinen imposanten Flatterulmen und Stieleichen ist der Niedwald ein Hartholz-Auenwald, also von den (Grund-) Wasserständen in der Aue abhängig. Wird er durch die Veränderungen der Grundwasserstände geschädigt? Der Umbau des Wehres führt zu einer geringen Absenkung des Wasserspiegels im Grill’schen Altarm, der bei mittlerem Niedrigwasserabfluss bei 16 cm liegen wird. Dies und die stärkere Grundwasserabsenkung im Nahbereich des neuen Wehres führen jedoch nur unmittelbar am Südufer des Altarms zu Grundwasserabsenkungen in einer Größenordnung von 25 bis 50 Zentimetern. In einem Abstand von ca. 10 m ab Uferlinie Altarm, das heißt im eigentlichen Niedwald, ergibt sich kein relevanter Unterschied zum Ist-Zustand mehr. Die im Uferbereich auftretenden Differenzen sind geringer als die jahreszeitlichen Schwankungen im Grundwasser. Sie kommen in einer Bodenschicht zwischen 1,50 m und 3,00 m unter Geländeoberkante zum Tragen. Das heißt: Es ist nicht davon auszugehen, dass der durchwurzelte Bereich den Grundwasseranschluss verliert. Hinzu kommt, dass es sich hier um gespanntes, von Auenlehm überdecktes Grundwasser handelt. Es befeuchtet von unten die Auenlehmschicht, durch deren Kapillaren Wasser aufsteigt und die Baumwurzeln versorgt.

Um zu überprüfen, ob die Voraussagen des Grundwassermodells zutreffen, wird vor, während und nach dem Umbau eine Kontrolle durchgeführt. Dazu gibt es Berichte:

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